Duschen und Abendbrot
Poesie zu schreiben in diesem Liebesschmerz.
Dabei ist es gar kein Liebesschmerz. Es ist der Schmerz, von jemandem abgelehnt worden zu sein, der mich einmal geliebt hat.
Das kann niemand wirklich verstehen.
Höchstens ein kleines Kind, das man nach einem Disneyland-Ausflug an einer Tankstellen-Raststätte aussetzt.
Das klingt fast amüsant.
Aber wenn man unter der Dusche steht und sich fragt, wie weit der Gürtel entfernt ist und wie viel Gewicht die Stange über einem tragen kann, denkt man kurz: diesmal ist es anders.
Ich war enttäuscht von diesem Gedanken.
Normalerweise sage ich:
„Wenn es nicht passt, dann passt es nicht. Ich wünsche dir alles Gute.“
Wenn sich ein blonder, gutaussehender Mann mit 41 Jahren aufhängt – ein nichtssagendes Alter zum Umbringen.
Jemand, der sich ein halbes Leben lang belogen hat?
Oder jemand, der einfach zu lange feige war?
Ich habe noch Champignonreis im Kühlschrank.
Und ich weiß, in zwei Wochen schreibe ich eine Geschichte darüber und denke:
Was für eine belanglose Scheiße.
Verschenkte Tinte.
Vor allem, wenn ich noch lebe.
