Pablo & Tweety

Pablo Tweety 2.0

Die Oma sitzt auf dem Baum und stößt ihr Junges aus dem Nest. Sie vertraute auf seine Instinkte: „Flieg, kleiner Fratz. Flieg ins Leben. Flieg ins Abenteuer.“

Er fiel in einen Scheißhaufen. Die Flügel waren klebrig, überzogen. Ein Maulwurf sah ihm dabei zu, so gut er konnte:

„Hey, du kleiner Spatz. Wisch dir die Flügel und den Arsch ab, ich muss dir was zeigen.“

„Was denn? Wo denn? Zwitscher, Zwitscher“, antwortete das kleine Vögelchen benommen mit gebrochener Stimme und gebrochenen Beinen.

„Hier bei mir.“

Der Maulwurf nickte Richtung Maulwurfhaufen.

„Meine Großmutter sagt immer, ich darf nicht mit Fremden mitgehen.“

„Du kannst ja gar nicht gehen mit deinen gebrochenen Beinen. Es reicht, wenn du zu mir kriechst. Bergab geht es einfach. Du purzelst gemütlich den Maulwurfsbau hinunter. Du musst nur etwas Erde wegschieben, dann kannst du das Loch zur Hölle schon sehen.“

Das Vögelchen guckte überfordert:

„Mir tut alles weh.“

„Mein Name ist übrigens Pablo“, sagte der Maulwurf. „Ich bin jetzt kein Fremder mehr.“

Das Vögelchen gab sich damit zufrieden.

„Ich will dir mal trauen. Hast du Koks?“

„Ja, klar doch. Das Beste. Es zeigt dir, wie du fliegen kannst.“

Das Vögelchen robbte zu Pablo und begleitete ihn in seine gute Stube. Sie vergnügten sich etwas mit ein paar Lines unten im Bau.

Das Vögelchen sprang auf den Tisch und stieß dabei ein paar Bierkrüge um. Einer der anwesenden Nutten lief etwas davon über den Rock.

Tweetys Herz schlug wie wild. Man konnte seine Brust pochen sehen. Er schrie in Euphorie:

„Ich bin ein Adler, ich bin ein scheiß Adler!“

Der Tisch tanzte durch den Raum.

Pablo meinte zur Nutte:

„So ein Teufelskerl. Spring durch die Decke rauf zu den Wolken.“

Tweety tat, wie ihm befohlen.

„Ich bin der König der Welt!“

Er brachte sich in Position, streckte beide Arme empor, bereit zum Abheben.

Seine Beine knickten dabei ein und danach auch die des Tisches. Tweety segelte zu Boden und verschwand unter einem Stück Holz.

Weinend rief er nach seiner Großmutter.

„Es ist zwecklos“, sagte Pablo. „Sie ist zu schwach. Du bist jetzt einer von uns. Hier unten ist es sicher.“