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Zwei Fliegen

Sie hatten sich in meiner Küche kennengelernt. Waren im selben Alter. Sie flogen immer über der Spüle herum, wo ein paar Essensreste klebten. Unternahmen alles miteinander. Verließ er den Raum, flog sie hinterher. Mochten dieselben Filme.

Dachte, das hätte ich auch gerne. Einfach ständig auf jemandem zu kleben, ohne seiner überdrüssig zu werden.

Der Frühling heuer zeichnete sich durch ständigen Regen aus. Als ihn der Sommer endlich verdrängte, riss ich das Wohnzimmerfenster weit auf. Die zwei Fliegen kuschelten gerade auf dem Kasten. Er sprang auf. Rannte Richtung Fenster. Ohne sich umzudrehen, flog er hinaus. Drehte links ab, verschwand so schnell er konnte.

Wir sahen ihm nach. Der kommt nicht mehr zurück. „War unsere Liebe eine Lüge?“, weinte sie. Ich wünschte, ich hätte ein paar aufmunternde Worte für sie.

Ich schaute aus dem Fenster und betrachtete die Welt. Ich wollte nicht rausgehen. Ich wollte nicht hier bleiben.

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